Donnerstag, 30. Juli 2015

Noch 4 Wochen :o

Tatsächlich fliege ich morgen in einem Monat von Frankfurt nach Vancouver.
Die Zeit ist so wahnsinnig schnell vergangen und momentan kann ich mir gar nicht vorstellen, mein ganzes Leben in Deutschland für 10 Monate hinter mir zu lassen.
Glücklicherweise flieg ich nicht allein sondern noch mit drei anderen Austauschschülern, die ich dank Whatsapp auch schon relativ gut kenne. 
Wird bestimmt trotzdem mega peinlich, wenn ich dann total verheult im Flugzeug sitze und mir dann noch die Abschiedsbriefe und mein Abschiedsbuch durchlese. Hachja.

So langsam laufen jetzt die letzten Vorbereitungen, ich muss mir endlich mal Gedanken darüber machen, was ich alles in meinen Koffer packen will, weil der ja diese internationalen Richtlinien (23,0 kg und 158 cm Umfang) nicht überschreiten darf, sonst muss ich drauf zahlen.
Wegen der Gewichtsbeschränkung hab ich mir einen Weichschalenkoffer mit sehr geringem Eigengewicht (2,7 kg) gekauft, aber das nur so nebenbei.
Auch die ganzen Einreiseunterlagen, vor allem das Visum, sind endlich da. Trotzdem muss ich mich noch um einiges kümmern, wie etwa Vakuumbeutel für meine Wintersachen, Adapter für die kanadischen Steckdosen oder die Freischaltung meiner Telefonkarte in Kanada. Die hab ich von ec.se bekommen, richtig praktisch.

Meine offizielle Abschiedsparty hab ich auch schon gefeiert, mit einer Freundin zusammen, die nach Schweden geht. Die war allerdings 7 Wochen vor meinem Flug und da war das alles noch so weit weg und deswegen mach ich noch mal so einen "letzten Abend", an dem ich dann allen wirklich endgültig auf Wiedersehen sagen muss.
Es ist irgendwie wirklich komisch, weil ich einfach nicht realisieren kann, dass ich all meine Freunde für 10 Monate nicht sehen werde.

Samstag treff ich mich in Berlin noch mal mit Sarah (→ ihr Blog), die ich schon im September kennengelernt hab. Lustigerweise fliegt sie, wie ich, am 28. August, allerdings von Berlin.

Ansonsten heißt es jetzt für mich: jede Sekunde hier in Deutschland genießen und mich auf Kanada freuen. 

Dienstag, 14. Juli 2015

Abschiedsbuch und Abschiedsbriefe

Was ist das überhaupt?
Und wie funktioniert das und warum macht man sowas?

Ein Abschiedsbuch zu machen ist bei vielen Austauschschülern sehr beliebt.
Man gestaltet ein Buch (von außen, von innen, wie man möchte) und gibt es dann einige Zeit vor dem Abflug allen Menschen, von denen man sich wünscht, dass sie was in dieses Buch schreiben. Oder malen. Oder kleben.
Theoretisch können sich alle eintragen, die wollen: Freunde, Familie, Lehrer, Trainer...
Fotos, einfache Texte, Collagen, alles ist erlaubt, egal ob man demjenigen für die vergangene Zeit danken oder in Zukunft alles Gute wünschen möchte.
Das Besondere daran: Der Austauschschüler darf sich all das erst angucken, wenn er im Flugzeug Richtung Austauschjahr sitzt. Tränen sind garantiert.

Es gibt keine genauen Regeln, wie man so ein Buch gestalten, wann und an wen man es rumgeben sollte - das kann jeder für sich selbst entscheiden.

Empfehlenswert ist es allerdings, folgende Dinge zu beachten:

- das Buch sollte genug Seiten haben
Es muss nicht in Deutschland voll werden, man lernt ja auch während des Austauschjahrs vielen Leute kennen, die sich dann beim Abschied dort ebenfalls eintragen können.

- man sollte das Buch rechtzeitig rumgeben
Manche brauchen sehr lange, um sich einzutragen, damit muss man rechnen und es wäre schade, wenn sich nicht alle eintragen können, die wollen.

- jemand sollte die Übersicht behalten, wo das Buch gerade ist und wer es alles noch haben möchte
Das ist wichtig, damit die Übergabe funktioniert, entweder man macht das selbst oder beauftragt Freunde damit.

- alle sollten wissen, wie genau das Abschiedsbuch funktioniert und dass es sinnvoll ist, sich einzutragen, obwohl der Abflug noch lange hin ist
Klar ist es komisch, sich in ein Abschiedsbuch einzutragen, obwohl die Person noch 3 Monate da ist - aber wenn sich alle erst zwei Tage vor dem Abflug eintragen wollen, haut das einfach nicht hin.


So sieht mein Abschiedsbuch aus. Eigentlich wollte ich aus dem Einband eine Kanadaflagge machen, aber das habe ich aus zeitlichen Gründen nicht mehr geschafft - selbst schuld. Ich hab mir das Buch im Oktober gekauft und es dann ewig im Schreibtisch liegen gehabt. 

Das Buch ist von LEUCHTTURM1917, hat 249 Seiten und einen festen Einband. 
(Weitere Details findet ihr → hier)

Ich hab mich für Blanco entschieden, weil ich niemandem vorschreiben wollte, wie er in dieses Buch zu schreiben hat.


Abschiedsbriefe sind Briefe, die sich Austauschschüler gegenseitig für den Flug schreiben. 
Das Besondere daran ist, dass wir alle in derselben Situation sind und uns deswegen gut in die Gedanken, die Ängste und Vorfreuden der anderen hineinversetzen können.

So wie ich es erlebt habe, wurde in der Austauschschülerfacebookgruppe für 2015/16 sowie in den unzähligen Austauschgruppen auf Whatsapp gefragt, wer alles Interesse daran hat, Abschiedsbriefe zu schreiben und zu bekommen. In der Kanada-Gruppe z.B. haben sich ungefähr 20 Leute gemeldet - da das ganz schön viele Briefe wären, haben wir in diesem Fall ausgelost, wer wem einen Brief schreibt.

Auch für Abschiedsbriefe gibt es keine genauen Regeln, sie müssen nur rechtzeitig bei der entsprechenden Person ankommen, das ist alles.
Es ist erfahrungsgemäß leichter, solche Briefe an Leute zu schreiben, die man vorher schon ein bisschen kennt, entweder persönlich (z.B. von Austauschschüler- oder Vorbereitungstreffen) oder durch Whatsapp/Facebook etc.

Wenn ich alle Briefe geschrieben habe, werden es ungefähr 25 sein. Das ist ganz schön viel, aber glücklicherweise haben unterschiedliche Organisationen und Austauschländer andere Abflugdaten, so fliegen zum Beispiel viele USA-Leute schon Anfang August, die Kanadier gehen erst Ende August/Anfang September. Das macht es einem leichter, zu entscheiden, wem man zuerst einen Brief schreibt.

Ich hab also noch einiges vor mir, aber da ich gern Briefe schreibe und anderen eine Freude mache, ist das alles halb so wild.

Montag, 15. Juni 2015

Meine Gastfamilie und Gastgeschenke

Kurz vor den Osterferien, tatsächlich zu einem Zeitpunkt, an dem ich überhaupt nicht damit gerechnet habe, kam auf einmal eine E-Mail von ec.se.

Ich hatte endlich meine Gastfamilie!!!

Meine Gasteltern wohnen in New Westminster, ungefähr 15 Minuten von meiner Schule entfernt. Neben einer Tochter, die schon aufs College geht, werde ich dort außerdem eine südkoreanische Gastschwester haben, die so alt ist, wie ich. In den E-Mails, die ich dann mit meiner Gastmutter geschrieben habe, stand außerdem, dass sie einen Hund haben und sportlich sehr aktiv sind. So werde ich z. B. am zweiten Wochenende nach meiner Ankunft zu einem Radrennen von meinem Gastvater mitkommen. Und sie haben mir angeboten, dass ich bei ihnen Gitarre lernen kann, richtig richtig cool *-* Da sie schon öfter Austauschschüler aufgenommen haben, mach ich mir eigentlich überhaupt keine Sorgen, dass da irgendwas schiefgehen könnte.

Etwas ungünstig war allerdings, dass ich kurz nachdem ich meine erste E-Mail an meine Gastfamilie geschrieben habe, für 2,5 Wochen im Urlaub war und danach ziemlich viel zutun hatte, sodass ich nicht sofort geantwortet hab. Auf meine E-Mail wiederum hat meine Gastmutter dann auch nicht geantwortet - sodass wir bislang noch nicht wirklich viel Kontakt hatten, ab und zu mal auf Facebook, aber auch da eher sporadisch.
Mir persönlich macht das nicht so viel aus, weil ich der Meinung bin, dass ich, wenn ich dort bin, alle früh genug kennenlernen und merken werde, ob es wirklich passt.



Eine Frage, die sich jeder Austauschschüler irgendwann stellt... Was zur Hölle bring ich meiner Gastfamilie nur mit?!
Auf dem Vorbereitungstreffen von ec.se haben wir dazu eine Liste mit möglichen Gastgeschenken bekommen, die wirklich sehr hilfreich war.

Im Endeffekt hab ich mich dafür entschieden,
- ein Buch über die Ostseeküste (auf Englisch und Deutsch)
- ein Backbuch mit typisch deutschen Rezepten (auf Englisch)
- deutsche Süßigkeiten (Schokolade wie z.B. Milka und Ritter Sport, Haribo usw.)
- Lübecker Marzipan (was Regionales)
- Ampelmännchen-Radiergummis
- selbstgekochte Marmelade (was Persönliches)
- sowie Fotos von Schwerin (natürlich selbst geschossen)
mitzubringen.

Ich persönlich liebe Marzipan, das heißt, wenn es ihnen nicht schmeckt, dann wird es trotzdem alle :D